Miss Saigon mit Nachos im Kino

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Sich die Bühnenversion eines Bühnenmusicals im Kino anzusehen, war für mich neu. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass das dem Stück gerecht wird. Aber „Miss Saigon“ hatte ich bisher nicht gesehen und da es in Deutschland zur Zeit nicht läuft und ich auch immer dann in London war, als es noch nicht oder gerade nicht mehr lief, buchte ich mir schnell eine Karte für das CinemaxX in Wandsbek.

Mit knapp 20,-€ für einen VIP-Sitz, der sehr bequem und für 3 Stunden Kino genau richtig ist, war das definitiv mein günstigster Musicalbesuch, an den ich mich erinnere. Allerdings muss man damit zurecht kommen, dass die ganze Zeit Leute zu spät kommen. Wobei das nicht wirklich an den Zuschauern selbst liegt. Wer sollte denn bitte wissen, dass  diesmal vor dem Film nicht wie gewohnt 30 Minuten Werbung läuft? Ich war selbst auch gerade so pünktlich und hätte den Anfang fast verpasst.

Zwischen den beiden Akten gab es eine Pause von gerade mal 6 Minuten. Für einen Gang auf die Toilette war das definitiv zu kurz, was zur Folge hatte, dass der Start des zweiten Akts wieder von einigen Besuchern verpasst wurde. Nach Ende des eigentlichen Musicals gab es wieder eine Pause. Dieses Mal 10 Minuten! Danach sah man Galaauftritte von der Originalbesetzung zu Ehren des 25. Jubiläums von „Miss Saigon“. Meiner Meinung nach hätte es da keine Unterbrechung gebraucht und man hätte beide Pausen zusammenlegen können. So kam es mir irgendwie nicht rund und unverständlich vor und ich stand mit meiner Meinung nicht alleine da, wenn man verschiedenen anderen Zuschauern zuhörte.

Das Musical selbst ist fantastisch. Es ist deutlich spürbar, dass „Miss Saigon“ aus der Feder von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg stammt, die auch „Les Misérables“ geschrieben haben. Die großartigen Songs und die monumentalen Chöre folgen ganz dieser Handschrift. Schönberg schafft es mit seinen Melodien immer wieder zu Tränen zu rühren. Es gibt atemberaubende Effekte, die mich bis ins Mark erschütterten und unkontrolliert Schluchzen ließen. (Es wurden mir von verschiedenen Seiten von fremden Leuten Taschentücher gereicht.)

Ich war sehr froh darüber, dass es eine deutliche Weiterentwicklung im gestalterischen Geschick des Autorenduos gab. „Les Miz“ ist manchmal etwas langatmig und die Stile der einzelnen Songs passen nicht immer zusammen, sodass es irgendwie bombastisch, aber schwer und kantig wirkt. „Miss Saigon“ dagegen zeigt sich wie aus einem Guss und überzeugt auf ganzer Linie.

Das Ende vom Lied ist: Musical im Kino funktioniert hervorragend und ich werde nun öfter zu solchen Events gehen. Man sitzt bequem und spart ein wenig Geld. Allerdings würde ich, müsste ich mich entscheiden, das Theater immer bevorzugen.


Bildquelle: https://citybeat.de

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