London is Calling! – Teil 9 „The Libertine“

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Auch wenn einen das Stück nicht zusagt, ist das Theatre Royal Haymarket immer einen Besuch wert. Das prachtvolle königliche Haus hat einen Zuschauerraum, der mehr als sehenswert ist. Außerdem verfügt dieses Theater über den wohl schönsten Sicherheitsvorhang, den ich je gesehen habe.


Während meines Besuchs dort wurde „The Libertine“ von Stephen Jeffreys in der Inszenierung von Terry Johnson und mit Dominic Cooper als John Wilmot, Second Earl of Rochester gespielt. Viele gute Gründe um sich das anzusehen. 

The Libertine behandelt das Leben und Wirken des Second Earl of Rochester, der für König Charles II ein Theaterstück schreiben soll, das seine überlegene Arbeit als Monarchen preist. Der Earl, ein Lebemann oder wirklich besser ein Hurenbock wie er im Buche steht, nimmt das zum Anlass und schreibt ein Stück, das den König nach Strich und Faden verhöhnt. Es werden Lobeshymnen auf Dildos gesungen, die manchen im Publikum etwas sauer aufstoßen. 

The Libertine ist stellenweise so deftig, dass nach der Pause einige Zuschauer verschwunden sind. Für manche Damen ist es eben etwas zu viel, wenn der Hauptdarsteller auf der Bühne von der Nutte Jane oral befriedigt wird oder der König die Puffmutter Big Dolly nach eigenen Worten „ordentlich durchfickt“. Das bleibende Publikum amüsiert sich dagegen köstlich als der Second Earl of Rochester zu einem Monolog ansetzt und sich darüber wie die von Charles II aufgestellte teure Sonnenuhr in der Nacht nicht funktioniert und eigentlich „nur da ist um den Himmel zu ficken“.


Das Bühnenbild ist denkbar einfach und wird quasi nur durch Requisiten ergänzt, während eine mit einem schweren goldenen Rahmen versehene Leinwand verschiedene Impressionen zeigt, die stimmungsgebend die Szene unterstützen. Beim Betreten des Saals hat sich der Vorhang schon gehoben und es finden sich bei für das Stück zeitgemäßer Musik nach und nach die Schauspieler ein und interagieren miteinander und mit dem Publikum. Das Stück selbst beginnt mit dem Auftritt des Earls und seinem berühmten Monolog. Dominic Cooper hat auf der Bühne eine atemberaubende Präsenz. Ich hatte etwas Sorge, dass er neben Johnny Depp etwas blass wirken könnte, der 2004 die Rolle in der Verfilmung spielte.

Letztendlich war es wirklich ein atemberaubender und fantastischer Theaterabend, den ich nie vergessen werde. Der ideale Abschluss für meine Reise nach London!

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