Fast Normal – Voll Genial!

Carolin Fortenbacher ist einer der wenigen Stars der deutschen Musical-Szene. Ihre „Donna“ im ABBA-Musical „Mamma Mia!“ soll legendär gewesen sein und ihre Auftritte im Schmidt-Theater oder auch in Schmidts Tivoli werden als nicht unvergessbar beschrieben. Umso mehr freute ich mich sehr darüber, dass sie die Rolle der „Diana“ im Broadway Erfolgsstück „Fast Normal“, im Original „Next to Normal“, von Tom Kitt und Brian Yorkey übernimmt.

Während man mit Musical oftmals einen Abend mit viel Witz und leichter Unterhaltung verbindet, bietet „Fast Normal“ das absolute Kontrastprogramm. Das Stück behandelt den Leidensweg der an bipolaren Störungen leidenden Familienmutter Diana und das Leid ihres liebenden und sich aufopfernden Mannes und der von der Mutter ungesehenen Tochter.

Über allem schwebt der früh verstorbene Sohn Gabe, dessen Tod Diana in den Wahnsinn trieb. Gabe starb, weil die Ärzte seine gesundheitlichen Probleme nicht erkannten und dementsprechend untätig waren. Diana wurde psychisch krank, weil ihre Trauer von den Ärzten als zu lange betrachtet wurde und dementsprechend eine gesunde Überwindung der Katastrophe nicht zugelassen wurde. Während man also mit den Protagonisten der Geschichte mitleidet, werden essenzielle Fragen zur Ethik der Medizin gestellt. Wann wird zu früh gehandelt und wann zu spät? Sollte man Ärzten immer vertrauen, oder ist ein gesundes Misstrauen durchaus angebracht?

Das Stück hat mich zu Tränen gerührt und Carolin Fortanbachers Darstellung der Diana mehr als aufgewühlt. Ihr genialer Gegenspieler Elias Krischke, den Geist von Gabe verkörpernd, trieb sie zu ungeahnten sängerischen und schauspielerischen Meisterleistungen. Die noch junge Bühnenpersönlichkeit Elias Krischke überzeugte auf voller Linie. Mit seiner klanggewaltigen Stimme und seiner natürlichen, von Innen heraus kommenden Darstellung seiner Rolle faszinierte er mich vom ersten Augenblick an.

Nachdem ich beim letzten Besuch der Hamburger Kammerspiele etwas enttäuscht war, bin ich dieses Mal voll begeistert und hoffe, dass das Stücke dieser Art bald wieder auf dem Programm stehen!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Zu „Mamma mia“ kann ich nichts sagen, weil ABBA-Songs auf Deutsch schon nicht meins waren, als die vier von ABBA noch selbst das ein oder andere Lied in unserem Idiom aufgenommen haben, aber „Oh Alpenglühn“ mit Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach (selbiger genial als „Cavequeen“, dem schwulen Pendant zum Stück „Caveman“) gehört neben der Inszenierung von Stephen Kings „Misery“ auf Plattdeutsch am Ohnsorg Theater zum besten, was ich je auf Hamburger Bühnen gesehen habe!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s