Nicht perfekt aber sehr ambitioniert!

Produktionen, die mit wenig Geld viel auf die Bühne bringen müssen, haben es oft schwer nicht amateurhaft zu wirken. Da heißt es aus der Not eine Tugend zu machen und die begrenzten Mittel kreativ einsetzen. Leider wurde das bei der Produktion des Musicals „42nd Street“ der Absolventen 2016 der Stage School Hamburg am Theater first stage nicht wirklich gekonnt umgesetzt. Selbstgemalte Kulissen, günstige Perücken und manches schlecht sitzende Kostüm trugen hier leider dazu bei, dass der Abend den Charme einer Musicalaufführung einer Gesamtschule in der Provinz von Mittelhessen hatte. Leider ist der Plot des Musicals absolut nicht in der Lage darüber hinweg zu spielen.

Peggy Sawyer aus Allentown, Pennsylvania will am Broadway und versucht ihr Glück bei den Auditions der neuen Show von Julian Marsh. Dort blitzt sie zwar erst ab, wird dann aber doch Teil des Ensembles. Bei den Voraufführungen in Philadelphia bricht sich Dorothy Brock, der Star der Show den Knöchel und die Show scheint verloren. Da erinnern sich alle daran, dass Peggy Sawyer unglaublich talentiert ist. Sie wird überredet die Rolle zu übernehmen, es folgt ein Tag harte Arbeit, das aufkeimen der Liebe zwischen dem Produzenten und seiner Entdeckung und schließlich der Erfolg der Show.

Alles in allem also keine wirklich spannende Geschichte, die eigentlich nur durch ihre Musik und ihre Tanzszenen bestehen kann und genau hier liegt die Stärke der Inszenierung am Theater first stage. So begeistert steppende Tänzer habe ich nur selten gesehen. Man sah die Tanzwut jedem einzelnen ins Gesicht geschrieben. Das brachte auch dem Publikum viel Spaß, was am begeisterten Applaus nach jeder Tanzsequenz bemerkbar wurde.

Bei einigen der Darsteller war bemerkbar, dass sie jetzt gerade erst den Abschluss an der Stage School gemacht haben und sie noch keine Zeit dafür hatten, dass sich das Erlernte setzen konnte. Manch andere, allen voran Kim Lemmenmeier als Peggy Sawyer, sind bereits jetzt in der Lage mit Leichtigkeit und Witz durch den Abend zu führen, ohne dass man merkt wie einstudierte Schritte ausgeführt werden.

Trotz dem Charme des Unvollkommenen, lohnt sich der Gang ins Theater. Schließlich unterstützt man damit junge Künstler und sieht vielleicht sogar einen Star von morgen.

 

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Frank Wesner sagt:

    „42nd Street“ vom Junges Staatsmusical (vorher Jugendclub des Hessischen Staatstheaters) im Kleines Haus Wiesbaden [Premiere am 01.09.2013] war großartig. Amateure unter Profibedingungen. Perfekt.
    Was bedeutet „So begeistert steppende Tänzer habe Schnur selten gesehen.“?

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    1. flowsinn sagt:

      Schade, dass ich die „42nd Street“ nicht gesehen habe.
      Danke für den Hinweis! Da hat die Autokorrektur kurz vor Schluss doch noch etwas verschlimmbessert. 🙂

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